• Feiste Bücher

    Feiste Bücher 22: Olga Tokarczuk

    Der Roman „Taghaus, Nachhaus“ der Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk spielt im schlesischen Riesengebirge, in einem Städtchen namens Nowa Ruda, das früher deutsch war, noch früher tschechisch und davor österreichisch-ungarisch. Die Ich-Erzählerin zieht mit ihrem Mann in die Gegend  und beginnt, die Geschichten des Ortes und seiner Menschen zu sammeln — die ihrer Nachbarn und die von denen, die vor langer Zeit dort gelebt haben


    Das Buch bricht die Erwartungen an einen Roman. Tokarczuk erzählt ihre Geschichte(n) in einem Geflecht aus
    Kurzgeschichten, philosophischen Überlegungen und immer wieder aus Träumen. Fragmente des menschlichen Bewusstseins, Splitter der Welt. Und mit
    diesen Splittern fängt Tokarczuk manchmal Licht ein, und manchmal streut sie
    sie aus und lässt einen direkt in einen Schmerz hineinlaufen. Wie sie in dem Interview auf Youtube sagt (Link unten): Um zu verstehen, was um uns herum
    geschehe, müssten wir dem Schmerz in die Augen schauen und das Leiden sehen, denn nur dann könne man Mitgefühl entwickeln.


    Mit einer ungeheuren Vielfalt an Geschichten — von der Suche einer jungen Bankangestellten nach Liebe über eine Heiligen-Legende des 14. Jahrhunderts bis hin zur Begegnung von Pol*innen und Deutschen am Ende des Zweiten Weltkriegs oder in den 90er-Jahren und immer wieder Träumen — nähert sich Olga Tokarczuk diesem Ort und der Welt. Denn wie es im Klappentext heißt: „Was von den Menschen bleibt: Geschichten und Träume.“ Und ich versuche mich, in dieser Podcast-Folge der Vielfalt dieser Geschichten anzunähern. Was mich besonders bewegt hat: Meine Familie väterlicherseits kommt aus dem Riesengebirge, 130 Kilometer westlich von Nowa Ruda.


    Anfang März stellen zwei meiner Kolleginnen zwei weitere Bücher der Literaturnobelpreisträgerin im Magazin EMOTION vor: den Krimi „Gesang der Fledermäuse“ und „Unrast“, einen Roman übers Reisen. Ich habe
    keine Ahnung, wie die sind, aber ich sind sicher, sie sind voller
    Überraschungen.


    Taghaus, Nachthaus“ von
    Olga Tokarczuk
    ist in Polen bereits 1999 erschienen. Die deutsche Ausgabe gibt es als Hardcover
    im Kampa Verlag. Es hat 379 Seiten und kostet 24 Euro.

    Wenn euch der Podcast gefällt, freu ich mich,
    wenn ihr ihn abonniert und anderen davon erzählt. Feedback, Anregungen und
    Likes sind sehr willkommen. Gern auch auf Instagram @feiste.buecher oder per Mail an FeisteBuecher@gmx.de

    Link zum Interview: https://www.youtube.com/watch?v=0jnge9K9moI

    Toller Artikel aus dem Londoner Guardian, aus dem ich ihre Überlegungen zitiere zu den Unterschieden zwischen zentraleuropäischer und westlicher Literatur:

    https://www.theguardian.com/books/2018/apr/20/olga-tokarczuk-interview-flights-man-booker-international

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    Feiste Bücher 21: Ulrich Woelk

    „Der Sommer meiner Mutter“ ist für mich eines der schönsten Bücher des Jahres 2019, auch wenn man vom ersten Satz an weiß, es wird tragisch enden. Ulrich Woelks Roman stand auf der Longlist für den Deutschen
    Buchpreis und hätte für mich auch auf die Shortlist gehört. Auf nur 189 Seiten lässt der Berliner Schriftsteller vor
    unseren Augen eine ganze Welt entstehen – und zusammenbrechen.
    Der 11-jährige Tobias fiebert im Jahr 1969 der Mondlandung entgegen. Doch fast genauso aufregend wie die Apollo-Missionen sind die Veränderungen die mit den neuen Nachbarn in sein Leben einziehen. Die Leinhards sind ein junges kommunistisches Paar, das sich mit Tobis Eltern anfreundet, während die 13-jährige Tochter Rosa in Tobi ungekannte Gefühle weckt. Und im Lauf des Sommers stehen die bürgerlichen Konventionen, mit denen sich die Familie eingerichtet hat, infrage — und unerwartet das ganze Leben.

    Eine Coming-of-Age-Geschichte und eine Emanzipationsgeschichte, die eine Wende nimmt, für die die Zeit noch nicht
    reif war – und es wohl in letzter Konsequenz auch heute noch nicht ist.

    Ein wunderbar warmer Roman, in dem Woelk einfühlsam ein Lebensgefühl einfängt, das bis heute viel von unseren Lebensvorstellungen prägt. 

    Der Sommer meiner
    Mutter“ von Ulrich Woelk
    ist als Hardcover
    bei C.H.Beck erschienen. Es hat 189 Seiten und kostet 19,95 Euro.

    Wenn euch der Podcast gefällt, freu ich mich,
    wenn ihr ihn abonniert und anderen davon erzählt. Feedback, Anregungen und
    Likes sind sehr willkommen. Gern auch auf Instagram oder an FeisteBuecher@gmx.de.

    In der Episode erwähne ich zwei andere Bücher, die mir dieses Jahr ausgesprochen gut gefallen haben, in denen Kinder die Erzähler sind, wird also Zeit, meine Vorurteile gegenüber dieser Perspektive zu revidieren.

    Das eine ist: „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens, das ich euch in Episode 10 von „Feiste Bücher“ vorstelle, erschienen bei Hanserblau, 22 Euro.

    Das andere ist: „Für eine kurze Zeit waren wir glücklich“ von William Kent Krueger, erschienen bei Piper, 22 Euro.

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    Feiste Bücher 21: Ulrich Woelk

    „Der Sommer meiner Mutter“ ist für mich eines der schönsten Bücher des Jahres 2019, auch wenn man vom ersten Satz an weiß, es wird tragisch enden. Ulrich Woelks Roman stand auf der Longlist für den Deutschen
    Buchpreis und hätte für mich auch auf die Shortlist gehört. Auf nur 189 Seiten lässt der Berliner Schriftsteller vor
    unseren Augen eine ganze Welt entstehen – und zusammenbrechen.
    Der 11-jährige Tobias fiebert im Jahr 1969 der Mondlandung entgegen. Doch fast genauso aufregend wie die Apollo-Missionen sind die Veränderungen die mit den neuen Nachbarn in sein Leben einziehen. Die Leinhards sind ein junges kommunistisches Paar, das sich mit Tobis Eltern anfreundet, während die 13-jährige Tochter Rosa in Tobi ungekannte Gefühle weckt. Und im Lauf des Sommers stehen die bürgerlichen Konventionen, mit denen sich die Familie eingerichtet hat, infrage — und unerwartet das ganze Leben.

    Eine Coming-of-Age-Geschichte und eine Emanzipationsgeschichte, die eine Wende nimmt, für die die Zeit noch nicht
    reif war – und es wohl in letzter Konsequenz auch heute noch nicht ist.

    Ein wunderbar warmer Roman, in dem Woelk einfühlsam ein Lebensgefühl einfängt, das bis heute viel von unseren Lebensvorstellungen prägt. 

    Der Sommer meiner
    Mutter“ von Ulrich Woelk
    ist als Hardcover
    bei C.H.Beck erschienen. Es hat 189 Seiten und kostet 19,95 Euro.

    Wenn euch der Podcast gefällt, freu ich mich,
    wenn ihr ihn abonniert und anderen davon erzählt. Feedback, Anregungen und
    Likes sind sehr willkommen. Gern auch auf Instagram oder an FeisteBuecher@gmx.de.

    In der Episode erwähne ich zwei andere Bücher, die mir dieses Jahr ausgesprochen gut gefallen haben, in denen Kinder die Erzähler sind, wird also Zeit, meine Vorurteile gegenüber dieser Perspektive zu revidieren.

    Das eine ist: „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens, das ich euch in Episode 10 von „Feiste Bücher“ vorstelle, erschienen bei Hanserblau, 22 Euro.

    Das andere ist: „Für eine kurze Zeit waren wir glücklich“ von William Kent Krueger, erschienen bei Piper, 22 Euro.

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    Feiste Bücher 20: Elizabeth Strout

    Pulitzer-Preisträgerin Elizabeth Strout hat eine Fortsetzung zu ihrem wunderbaren Roman „Mit Blick aufs Meer“
    geschrieben. „Die langen Abende“ wird bei uns am 16. März erscheinen, Grund genug euch vorher noch „Mit
    Blick aufs Meer“ vorzustellen. Für mich ist es eines der Bücher, die so
    tiefe Wahrheiten über das Leben erzählen, dass ich es als zeitlos empfinde –
    und in gewisser Weise auch als universell.

    In 13 Geschichten erweckt Strout eine ganze Kleinstadt an der Küste Maines zum Leben. Die Geschichten sind lose verbunden über Olive Kitteridge, eine sarkastische Mathe-Lehrerin, die alles ist, aber nicht sofort
    sympathisch. Am Ende des Buchs habe ich sie geliebt.

    Ein Buch, wie das Leben selbst, das weit über
    die Kleinstadt in Maine hinausweist und aus meiner Sicht das Zeug hat,
    zu einem erhellenden,
    amüsanten und tröstlichen

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    Lebensbegleiter zu werden. Egal, ob für Leserinnen oder Leser.


    „Mit Blick aufs Meer“ von Elizabeth
    Strout gibt es inzwischen als Taschenbuch bei btb. Es hat 352 Seiten und kostet
    10 Euro.


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    Feiste Bücher 20: Elizabeth Strout

    Pulitzer-Preisträgerin Elizabeth Strout hat eine Fortsetzung zu ihrem wunderbaren Roman „Mit Blick aufs Meer“
    geschrieben. „Die langen Abende“ wird bei uns am 16. März erscheinen, Grund genug euch vorher noch „Mit
    Blick aufs Meer“ vorzustellen. Für mich ist es eines der Bücher, die so
    tiefe Wahrheiten über das Leben erzählen, dass ich es als zeitlos empfinde –
    und in gewisser Weise auch als universell.

    In 13 Geschichten erweckt Strout eine ganze Kleinstadt an der Küste Maines zum Leben. Die Geschichten sind lose verbunden über Olive Kitteridge, eine sarkastische Mathe-Lehrerin, die alles ist, aber nicht sofort
    sympathisch. Am Ende des Buchs habe ich sie geliebt.

    Ein Buch, wie das Leben selbst, das weit über
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